Wie können erfolgreiche Initiativen auch nach dem Ende ihrer Projektförderung weiterbestehen?

Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Stakeholder-Workshops, den city2science an der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) in Kleve konzipierte und am 15. Oktober 2026 moderierte.

Die Klever Birne ist ein regionaler Nachhaltigkeitswettbewerb, der im Rahmen des Hochschulprojekts TransRegINT gemeinsam mit der Stadt Kleve ins Leben gerufen wurde. Seit 2023 zeichnet der Wettbewerb innovative Ideen für nachhaltige Entwicklung aus – von Gemeinschaftsgärten, Hochbeeten und essbaren Wäldern über nachhaltige Mehrwegbecher und Sharing-Initiativen bis hin zu Projekten wie den „Clever Klimadetektiven“, die bereits Schülerinnen und Schüler für Nachhaltigkeit begeistern.

Obwohl die Projektförderung noch ein weiteres Jahr läuft, kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Unternehmen, Stiftungen, Schulen, regionalen Netzwerken und der Hochschule zusammen, um gemeinsam über die Zukunft der Klever Birne nachzudenken.

Erst den Mehrwert verstehen, dann Strukturen entwickeln

Statt unmittelbar nach neuen Finanzierungsquellen oder Organisationsmodellen zu suchen, stellte der Workshop eine andere Frage in den Mittelpunkt:

Was macht die Klever Birne für die unterschiedlichen Beteiligten wertvoll – und warum sollten sie sich auch künftig engagieren?

Die Diskussion zeigte, dass der Nutzen weit über Preisgelder und die Auszeichnung einzelner Projekte hinausgeht. Unternehmen können innovative Mitarbeitende sichtbar machen und Nachwuchskräfte für grüne Berufsfelder gewinnen. Kommunen profitieren von neuen Kooperationen und regionalem Engagement. Schulen können Kinder und Jugendliche ermutigen, Nachhaltigkeit selbst in die Hand zu nehmen – auch über den Unterricht hinaus.

Damit eine Initiative langfristig Bestand hat, müssen diese unterschiedlichen Interessen zusammenfinden. Das gilt für Teilnehmende ebenso wie für Förderer, Netzwerkpartner und institutionelle Entscheidungsträger*innen.

Nachhaltigkeit braucht Menschen und Rückhalt

Ein weiteres Thema war die Frage, wer eine solche Initiative langfristig trägt. Es braucht Menschen, die ihr ein Gesicht geben, für ihre Ziele werben und sie in größere Strategien einbinden. Ebenso wichtig sind diejenigen, die im Hintergrund organisieren, koordinieren und die tägliche Arbeit leisten.

Beide Gruppen benötigen Anerkennung, Ressourcen und die Unterstützung ihrer Organisationen.

Im Workshop wurden unterschiedliche Zukunftsperspektiven für die Klever Birne diskutiert: als sichtbarer Nachhaltigkeitspreis, als Plattform zur Förderung neuer Ideen oder als regionales Netzwerk, das Menschen und Organisationen dauerhaft verbindet.

Die zentrale Erkenntnis: Bevor über Trägerschaft, Finanzierung und Governance entschieden wird, muss klar sein, welchen Mehrwert die Initiative schafft – und wer diesen auch künftig gemeinsam ermöglichen möchte.

city2science bedankt sich beim TransRegINT-Team der Hochschule Rhein-Waal, insbesondere bei Christina Martens und Lisa Stein, sowie allen Beteiligten für die offenen und konstruktiven Diskussionen.

Weitere Informationen: Klever Birne 2026