Wie können Städte grüner, klimaresilienter und lebenswerter werden? Und welche Rolle spielen Wissenschaft, digitale Innovation und gesellschaftliche Beteiligung dabei?
Diese Fragen standen im Mittelpunkt des DUT City Panels, das am 6. und 7. Oktober 2026 im ungarischen Szeged stattfand. city2science-Geschäftsführerin Dr. Annette Klinkert eröffnete den internationalen Austausch mit einer Keynote über die Bedeutung von Kommunikation, Kooperation und Co-Creation für urbane Transformationsprozesse.
Das City Panel der europäischen Driving Urban Transitions Partnership (DUT) bringt regelmäßig Vertreter europäischer Städte zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und kommunale Perspektiven in die Gestaltung zukünftiger Forschungs- und Innovationsprogramme einzubringen. Städte werden dabei nicht nur als Anwendungsorte neuer Technologien verstanden, sondern als aktive Partner in der Entwicklung gemeinsamer Lösungen.
Von der Wissenschaftsstadt zur gemeinsamen Transformation
In ihrer Keynote schlug Annette Klinkert einen Bogen von den Anfängen des europäischen PLACES-Projekts, das sich mit der Idee einer European City of Scientific Culture beschäftigte, bis zu aktuellen Projekten von city2science zur Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Kommunen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie aus wissenschaftlichem Wissen und technologischen Möglichkeiten tatsächlich gesellschaftliche Veränderungen entstehen können. Denn digitale Werkzeuge können Daten sammeln, Zusammenhänge sichtbar machen und Entscheidungen unterstützen. Sie ersetzen jedoch weder gemeinsame Zukunftsvorstellungen noch Vertrauen, lokale Identität und die aktive Mitgestaltung durch Bürger.
Szeged als urbanes Reallabor
Die historische Universitätsstadt Szeged bot einen besonders anschaulichen Rahmen für diese Diskussionen. Neben dem Austausch im eindrucksvollen Rathaus standen praktische Erkundungen im Stadtraum auf dem Programm.
Die Teilnehmenden erprobten digitale Anwendungen zur Erfassung und Pflege städtischer Grünflächen, darunter digitale Karten zur Bewässerung junger Bäume und KI-gestützte Verfahren zur Analyse des Zustands von Stadtbäumen. Dabei wurde deutlich, wie technologische Innovation die Arbeit kommunaler Fachkräfte unterstützen und neue Möglichkeiten für die Beteiligung der Stadtgesellschaft eröffnen kann.
Eine Stadt ist mehr als ihre Infrastruktur
„A city is a state of mind“, schrieb der Stadtsoziologe Robert E. Park. Dieser Gedanke bildete einen Leitgedanken der Keynote: Städte sind nicht nur gebaute Räume und technische Infrastrukturen. Sie leben von den Menschen, ihren Beziehungen, ihrer Geschichte und dem Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein.
Nachhaltige urbane Transformation gelingt deshalb nicht allein durch bessere Technologien, sondern durch die Verbindung von Wissen, Zusammenarbeit und einem gemeinsamen Verständnis davon, wie wir künftig leben wollen.
Wir danken dem Team der Driving Urban Transitions Partnership und den Gastgeber der Stadt Szeged für zwei inspirierende Tage des europäischen Austauschs.
Weitere Informationen: Driving Urban Transitions Partnership
Themen: Wissenschaftsstadt · Urbane Transformation · Public Engagement · Co-Creation · Klimaanpassung · Europäische Zusammenarbeit
Weitere News




