Kirchengemeinden stehen aktuell vor tiefgreifenden Veränderungen: sinkende Mitgliederzahlen, knapper werdende Ressourcen und ein gesellschaftlicher Bedeutungswandel stellen viele Gemeinden vor grundlegende strategische Fragen. Im Zentrum steht dabei häufig eine entscheidende Herausforderung:
Wie kann Kirche im Sozialraum künftig präsent bleiben – als Begegnungsort, spiritueller Impulsgeber und Teil der Stadtgesellschaft?
Gebäude als Identitätsfrage
Besonders sensibel ist der Umgang mit kirchlichen Immobilien. Entscheidungen über Erhalt, Umnutzung, Rückbau oder Aufgabe von Kirchen und Gemeindehäusern sind nicht rein technische oder wirtschaftliche Fragen. Sie berühren Identität, Biografien und emotionale Bindungen.
Gerade deshalb braucht es Prozesse, die sowohl tragfähige Entscheidungen ermöglichen als auch Menschen beteiligen, Perspektiven sichtbar machen und Veränderung gestaltbar machen.
Ein aktuelles Projekt aus unserer Praxis
In einer Klausurtagung eines Bevollmächtigten-Ausschusses einer Großgemeinde haben wir vor wenigen Tagen einen solchen Prozess begleitet. Ein Gremium mit rund 30 Personen steht vor der Aufgabe, zeitnah über den Umgang mit zahlreichen Gebäuden zu entscheiden – darunter Kirchen und Gemeindehäuser.
Ziel der Tagung war zunächst nicht die Entscheidung selbst, sondern die Schaffung eines gemeinsamen Denk- und Arbeitsraums für die Zukunft.
Menschenzentrierte Methoden für komplexe Entscheidungen
Im Mittelpunkt stand ein kreativer, beteiligungsorientierter Ansatz, unter anderem mit:
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Personas („Für wen sind wir Kirche?“)
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Zukunftsbildern mit LEGO-Modellen und Visualisierungen
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World-Café-Runden (Träumen, Kritik, Machbarkeit)
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Backcasting und Prozessplanung bis Herbst 2026
Dabei wurde deutlich: Gute Entscheidungen brauchen Fakten und klare Rahmenbedingungen – aber genauso Räume für Zweifel, Abschied und Hoffnung. Denn dort, wo Fakten auf Menschen treffen, entstehen neue Perspektiven, kreative Ideen und tragfähige Wege in die Zukunft.
Transformation gelingt nur gemeinsam
Genau an dieser Schnittstelle unterstützen wir Transformationsprozesse. Aus unserer Arbeit in Wissenschaft, Stadtentwicklung und öffentlichen Organisationen wissen wir: Veränderung gelingt nur dann, wenn Strategie, Kommunikation und Beteiligung zusammen gedacht werden.
Kirchengemeinden stehen dabei vor besonderen Herausforderungen – aber auch vor einer großen Chance: Zukunftsorte zu gestalten, die Menschen verbinden, Quartiere stärken und Kirche neu erlebbar machen.
Für uns ist diese Arbeit anspruchsvoll und sinnstiftend – und eine Aufgabe mit Zukunft.
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